UHC Sparkasse Weißenfels e.V.

Ein Deutscher mischt Schweden auf: Martin Brückner und Kalmarsunds historischer Finaleinzug

…zuerst erschienen bei Wide and Deep.

Auch im schwedischen Floorball ist vieles vorhersehbar, doch genau das hat sich in dieser Saison geändert. Mittendrin: Martin Brückner. Der ehemalige deutsche Nationaltrainer und langjähriger Trainer sowie Spieler beim UHC Sparkasse Weißenfels sorgt aktuell beim FBC Kalmarsund für Aufsehen. Als Deutscher in Schweden hat man es traditionell nicht leicht, sich in der Szene zu etablieren. Doch Brückner hat sich mit kontinuierlicher Arbeit und sichtbarem Fortschritt Schritt für Schritt Respekt erarbeitet. Inzwischen wird er nicht mehr als Außenseiter gesehen, sondern als ernstzunehmender Faktor.

Bereits in seiner dritten Saison als Trainer der Damenmannschaft des FBC Kalmarsund trägt seine Arbeit nun Früchte.

Der Durchbruch: Halbfinalsieg gegen Pixbo

Im Halbfinale traf Kalmarsund auf Pixbo Wallenstam, eine der etablierten Größen im schwedischen Floorball. In einer Best-of-five-Serie benötigte man drei Siege, um ins Finale einzuziehen. Kalmarsund setzte sich mit 3:1 durch und schrieb damit Vereinsgeschichte.
Für das Team ist es das erste Finale in der schwedischen Liga überhaupt. Auch für den Verein bedeutet dieser Erfolg Neuland. Nur zwei Spielerinnen von Kalmar, Matilda Sjödin und Moa Tschöp, standen zuvor bereits in einem schwedischen Finale. Für alle anderen ist es absolutes Neuland.
Gleichzeitig markiert dieser Finaleinzug eine Zäsur im schwedischen Floorball: Zum ersten Mal seit 2019 stehen sich Thorengruppen SK und Pixbo Wallenstam im Finale nicht gegenüber. In den vergangenen Jahren dominierten diese Teams gemeinsam mit Täby FC IBK und Västerås Rönnby IBK das Geschehen. Nun gehört auch der FBC Kalmarsund zu diesem Kreis.

Vom Underdog zur anerkannten Größe Martin Brückner galt lange als Underdog. Doch mit Geduld und klarer Entwicklung hat er sich in der schwedischen Szene etabliert. Der Finaleinzug ist nicht nur für den Verein ein Meilenstein, sondern auch für ihn persönlich eines der größten Spiele seiner Karriere.

Neben diesem Erfolg stehen in seiner Laufbahn bereits einige Highlights:

  • das knappe Spiel mit der deutschen Herrennationalmannschaft gegen Schweden bei einer Weltmeisterschaft
  • der Sieg des Europapokals 2016
  • zahlreiche deutsche Titel

Doch der jetzige Moment reiht sich nahtlos in diese Liste ein, wahrscheinlich sogar an die Spitze.

Unterstützung von den Rängen

Für das Finale wird mit großer Unterstützung gerechnet. Zahlreiche Fans aus Kalmar werden erwartet, sogar Fanbusse sind organisiert.

Eine besondere Rolle spielt dabei die sogenannte Seniorengruppe, die „Edelfans“ der Damenmannschaft. Diese Gruppe begleitet das Team regelmäßig und hat eine enge Verbindung zu Brückner: Gemeinsam mit Mathilda trainiert er sie einmal pro Woche. Auch sie werden in Stockholm vor Ort sein.

Große Worte für den Trainer

Nach dem entscheidenden Halbfinalspiel fand Moa Tschöp, schwedische Nationalspielerin, im Interview mit Innebandy Play deutliche Worte:

„Unser Staff gibt uns fantastische Impulse. Alle Spieler auf dem Niveau sollten Martin Brückner mal als Trainer gehabt haben, er ist der beste Trainer, den ich je hatte.“

Ein größeres Lob aus den eigenen Reihen und dies unterstreicht den Einfluss Brückners auf das Team.

Die Schlüsselspielerinnen im Finale

Im Finale treffen durchaus herausragende Spielerinnen aufeinander, auf der einen Seite steht Veera Kauppi, die im Januar mit dem Golden Floorball Award als beste Spielerin der Welt ausgezeichnet wurde.
Auf Seiten von Kalmarsund richtet sich der Blick auf Dominika Buczek, auch „Donka“ genannt. Die Polin überzeugt durch ihre enorme Scoringstärke.
Auch hier lohnt sich ein Blick auf ein weiteres Statement von Moa Tschöp aus der vergangenen Woche. Auf die Frage nach der besten Spielerin antwortete sie:

„Donka ist die beste Spielerin der Welt und wer das nicht sieht, versteht Floorball nicht.“

Das Finale

Das Spiel findet am kommenden Samstag um 12:00 Uhr in Stockholm in der Avicii Arena statt.
Danach kommt es im Herrenbereich zum Klassikerfinale zwischen Storvreta IBK und IBF Falun. Doch in diesem Jahr liegt unser Fokus ganz klar auf: Dem Damenfinale!
Auch die schwedische Presse zeigt sich begeistert darüber, dass mit Kalmarsund ein neues Team im Finale steht. Die Liga bekommt frischen Wind und neue Geschichten.
Nicht zuletzt hat Kalmarsund bereits im letzten Ligaspiel mit einem 10:5-Sieg gegen Thorengruppen gezeigt, dass auch die bisherigen Dominatoren schlagbar sind. Wir wünschen das Team rund um Brückner viel Erfolg und halten euch auf dem Laufenden! Foto: Mira Lindhen/ FBC Kalmarsund

Wir wünschen das Team rund um Brückner viel Erfolg und halten euch auf dem Laufenden!

Foto: Mira Lindhen/ FBC Kalmarsund
Text: Jonas Henschler

Ähnliche Artikel

02 20 TVL NB

Abstand ausgebaut

Der UHC konnte mit 16-5 gegen Verfolger Lilienthal gewinnen und seinen Vorsprung auf Platz zwei damit auf acht Punkte ausbauen. Zwischenziel ist erneut als Erster in die Playoffs zu gehen. Wie ging die Begegnung aus?UHC Weißenfels vs. TV Lilienthal 16-5 (5-1, 6-2, 5-2) Wie verlief das Spiel?Die Partie begann zunächst

Ergebnisse-vom-Wochenende

Ergebnisse vom Wochenende

Es war das Wochenende der U13 Teams. Die Mädchen der Altersklasse verteidigten souverän ihre Tabellenspitze. Die Jungs konnten mit zwei Siegen den vierten Play-off Platz sichern. Gratulation! U13 weiblich KF UHC Weißenfels – Quedlinburg 7-3 SG Elster/Landsberg – UHC Weißenfels 1-8 U13 männlich KF Aschersleben – UHC Weißenfels 4-12 UHC

Erfolgreicher Playoff-Auftakt

Am vergangenen Samstag ging es für unsere Herren nach Schriesheim, dem ersten von maximal 3 Viertelfinalspielen. Zum Start der Playoffs wartete dabei ein schweres Spiel auf den UHC. Im ersten Drittel lief es nicht ganz nach Plan, der UHC lag relativ zeitig mit 1:0 zurück, knapp 3 Minuten später stand

U19 WM beginnt in St.Gallen

Drei Tage Trainingslager liegen hinter den Damen der U19 Nationalmannschaft. Noch einmal werden sie nun schlafen und dann beginnt das große Abenteuer: Weltmeisterschaft in der A-Division. Neben dem letzten Feinschliff gab es einen Sponsorenlauf und die Einkleidung mit der aktuellen Unihoc-Kollektion für das Nationalteam. Ein sehr chices und klassisches Schwarz-Weiß