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Sara Patzelt im nachträglichen Interview zur Damen-WM

Vor gerade einmal vier Tagen erreichten die deutschen Damen den sechsten Platz bei der Floorball Weltmeisterschaft in Tampere. Im Platzierungsspiel um Platz 5 verloren sie mit 2:5 gegen Lettland, obwohl man sich in der Vorrunde noch mit einem 3:3 Unentschieden voneinander trennte. Nichtsdestotrotz ist dies die beste Platzierung des Damen-Nationalteams seit 1999.

Der UHC hat drei Tage nach der Rückankunft in Deutschland mit Sara Patzelt gesprochen, welche im letzten Spiel ihr erstes Tor der WM schoss und zur besten Spielerin gewählt wurde.

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Sara, als erstes gratulieren wir Euch zu der historischen Platzierung und freuen uns natürlich, dass Pauline, Katja, Indra und Du wieder gesund und munter in Deutschland angekommen seid! Die erste Frage wendet sich gleich von jeglichen Zahlen und Fakten ab: Wie schätzt du Eure spielerische Leistung ein?

Dankeschön wir freuen uns auch, wieder in Deutschland zu sein. Zur spielerischen Leistung kann ich sagen, dass wir sehr diszipliniert gespielt haben und viel Kampfgeist und Teamwork gezeigt haben. Das hat uns am Ende sicher geholfen, unsere möglichen Leistungen auf das Spielfeld zu übertragen.

Du sprichst von ‘möglichen Leistungen’. Nun standet Ihr immerhin im direkten Vergleich zu den Top-Nationen wie Schweden und Finnland. Welche Defizite wurden dabei deiner Meinung nach gegenüber solchen Floorball-Nationen sichtbar?

Also gegen solche Teams wie Weltmeister Schweden haben sich in erster Linie technische Defizite gezeigt. Wir müssen deutlich schneller den Ball laufen lassen, um damit physisch mehr Kraft zu sparen. Durch Physis konnten wir zwar viele Dinge kompensieren, aber wenn die Arbeit am Ball noch besser gewesen wäre, hätten wir dort mehr Energie sparen können. Der Ball ist immerhin der schnellste Spieler auf dem Feld.

War denn die Physis in deinen Augen ein wichtiger Faktor dafür, dass ihr so gut wie noch nie bei einer WM abgeschnitten habt?

Ich denke, dass viele Faktoren dazu beigetragen haben. Das beinhaltet unter anderem auch die Faktoren außerhalb des Feldes wie die Organisation und Vorbereitung. Ebenso war die Disziplin während des Tuniers sehr gut. Zudem war unsere Defensive sehr stabil, wir haben dort wenige Fehler zugelassen und taktisch sicher einen großen Schritt machen können. Aber ja, physisch haben wir auch einen großen Schritt gemacht, was bei so einem langen Tunier mit vielen Spielen ein großer Vorteil ist.

Wie schätzt Du nach diesem Erfolg den weiteren Werdegang des Damen-Floorballs besonders hier in Deutschland ein? Wird er positive Folgen haben oder wird die Situation eher unverändert bleiben?

Leider muss ich eingestehen, dass ich nicht glaube, dass dieser sechste Platz irgendwelche Folgen für die Situation des Damen-Floorballs in Deutschland hat. Also zumindest wird nur, weil wir den sechsten Platz bei der WM belegt haben, nicht plötzlich eine Bundesliag zustande kommen. In naher Zukunft wird sich sicher nicht viel ändern, aber wer weiß, was die Zeit eventuell noch mit sich bringt.

Hast Du denn irgendwelche Hoffnungen oder Wünsche, was Eure WM-Platzierung bewirken könnte?

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Nachwuchsspieler jetzt motivierter sind, sozusagen ein Ziel sehen, wo es hingehen kann, wenn man wirklich dabei bleibt und sich dem Sport hingibt. Aber besonders wünschenswert wäre auch, dass Herren-Vereine nun ambitionierter sind, ihre Damen zu unterstützen und voran zu bringen.

Okay, Sara. Das war es erstmal von unserer Seite. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für das kleine Interview genommen hast und vielleicht wird Dein ein oder anderer Wunsch hinsichtlich der Entwicklung des Damensports wahr.

Gerne, das hoffe ich natürlich auch.

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