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Ein Blick in die Schweiz –  Emely Leu im Interview

Die ehemalige Bundesliga- und mittlerweile auch Nationaltorhüterin hat es schon vor einiger Zeit in die Schweiz verschlagen, um dort zu studieren und natürlich Floorball zu spielen. Wir haben gefragt, wie es ihr denn so geht:

Hallo Emely! Du bist nun schon eine ganze Weile in der Schweiz, wie geht es dir dort? 

Mir gefällt es in der Schweiz sehr gut. Die Lebensqualität ist hoch, und ich schätze die gut organisierte Struktur, innerhalb des Landes und die kulturelle Vielfalt. Anfangs war die Anpassung natürlich eine Herausforderung, sei es die Sprache/Dialekt oder gewisse kulturelle Unterschiede, aber ich habe mich gut eingelebt.

Wie hast du dich über die Zeit hinweg eingelebt? Gibt es Dinge, die du mittlerweile besonders schätzt?

 Ich denke ich habe mich sehr gut eingelebt, e chli schwiizer dütsch gaht scho. Man hat es mir aber auch leicht gemacht, durch die gemeinsame Leidenschaft Unihockey. Das verbindet natürlich und so konnte ich schnell neue Leute kennenlernen und konnte mich auch schnell zu Hause fühlen.

Tatsächlich kann ich mittlerweile immer mehr die Natur und die vielen diversen Seiten des Landes schätzen. Durch die verschiedenen Sprachen in der Schweiz fühlt man sich immer sehr schnell, als wäre man im Urlaub. Von hohen Bergen mit Schnee bis über traumhafte Plätze am See, lässt sich alles wieder finden. Es lässt sich alles sehr schnell erreichen, durch die „Größe“ des Landes, so auch im Sport.

Wie sieht dein Alltag aus, wie bringst du Studium und Training unter einen Hut?

Mein Alltag ist sehr viel durch Uni und Unihockey geprägt. Ich darf in meinem Verein noch ein Juniorinnen Team trainieren, die aktuell erfolgreicher sind als wir. Das heißt, zwei Mal in der Woche bin ich zusätzlich noch mit den Girls unterwegs und bei Spieltagen noch am Wochenende. Wir selbst haben drei Hallen-Trainings und dazu kommen noch individuelle Kraft/Athletik Einheiten oder Skill-Trainings.

Gibt es Unterschiede in der Mentalität oder im Lebensstil zwischen der Schweiz und Deutschland, die dir aufgefallen sind?

Ich finde das gibt es schon. Die Schweizer Mentalität empfinde ich als gelassener und herzlicher. Ich habe hier so eine herzliche Gastfreundschaft erleben dürfen, in vielen verschiedenen Bereichen, das beeindruckt mich wirklich sehr.

Ich habe das Gefühl, dass sich die Vielseitigkeit der Natur auch in den Menschen widerspiegelt, ich durfte so viele verschiedene Geschichten kennenlernen und Menschen, wo ich das Gefühl habe es ist vielseitiger als das, was ich in Deutschland wahrgenommen habe. Was natürlich auch daran liegt, dass man schnell von einem ländlichen Raum auch wieder in einer sehr großen Stadt ist.

Du spielst in der NLB bei den Red Lions Frauenfeld, was waren deine bisher größten Highlights mit dem Team? 

Ich finde es gibt viele Highlights, wenn ich mich aber für eins entscheiden müsste, dann wäre es das Cup Spiel gegen die Riders. Leider haben wir gegen die Riders 3:4 verloren, aber ich durfte das erste Mal fühlen, zu was das Team in der Lage ist. Vom Trainerstab bis über jede einzelne Person im Team sind wir nach der kurzen Zeit sehr zusammen gewachsen und auch über uns hinaus. Das durfte ich auch anhand meiner Leistung zeigen.

Wie verläuft die aktuelle Saison? 

Leider gar nicht so optimal. Unser Ziel war am Anfang der Saison in die „play offs“ zu kommen und somit den Ligaerhalt zu sichern. Leider haben wird das verpasst und müssen jetzt in den „play outs“ spielen. Das Ziel Ligaerhalt ist jedoch noch nicht verfehlt, daran arbeiten wir aktuell hart.

Jedoch war nicht alles schlecht, vor der Saison war auch ein Ziel, mehr Punkte zu sammeln als die Saison zuvor und das konnten wir schaffen.

Welche Ziele habt ihr als Team für den restlichen Saisonverlauf? 

Ein klares Ziel, den Ligaerhalt und somit auch nächste Saison wieder mit den Red Lions NLB spielen zu können.

Gibt es persönliche Ziele, die du dir gesetzt hast? 

Ein großes Ziel für mich war es viel Spielpraxis und Spielerfahrung zu sammeln. Das durfte ich diese Saison auch tun und konnte das persönliche Ziel auch erreichen.

Du hast mittlerweile einiges an Erfahrung in beiden Ländern gesammelt, was sind für dich die größten Unterschiede im Floorball zwischen Deutschland und der Schweiz? 

Zum einen der Leistungsunterschied und der damit herrschende Konkurrenzdruck. Der Kader ist viel breiter und somit ist es auch härter an Einsatzzeiten zu kommen. Wir haben ein Kader mit Nationalspielerinnen aus Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Italien, Frankreich oder auch Spielerinnen, die schon für die Schweiz spielen durften, das sind sehr viele verschiedene Einflüsse oder auch Qualitäten, die eine enorme Spielqualität ins Training einfließen lassen.

Die Liga ist viel enger zusammen und es passieren auch mehr Überraschungen. Es gibt sehr selten Ergebnisse mit fünf Toren unterschied. Wir haben oft leider nur mit eins, zwei Toren Unterschied verloren.

Ein zentraler Unterschied zu Deutschland ist auch, dass das Körperspiel wesentlich härter ist. Diese Härte spiegelt sich auch wieder in den Schüssen.

Gibt es Unterschiede in der Struktur im Training oder in der Liga? 

Ich würde sagen, dass die Trainingsstruktur das ist, was sich am meisten ähnelt. Drei Mal in der Woche Hallen-Trainings zu haben, das durfte ich schon beim UHC absolvieren.

Die Bandbreite durch die vier Damen Großfeld Ligen ist gegeben. Das Transferieren innerhalb der Schweiz ist auch gewöhnlicher, da es deutlich mehr Teams in der Schweiz gibt als in Deutschland, die auch in Reichweite sind. Anfragen von anderen Clubs oder Coaches zu erhalten ist somit auch wahrscheinlicher und geläufiger.

Was hast du in der Schweiz dazugelernt, dass du vielleicht vorher nicht so kanntest? 

Ich durfte ganz viel lernen und Erfahrungen sammeln und ich hoffe, dass das auch in Zukunft so sein wird. Gerade jetzt in der Saison durfte ich viel Verantwortung übernehmen, auch außerhalb meines Teams. Ich durfte ein Juniorinnen Team trainieren und das zentrale Goalie Training des Vereins übernehmen. Das Vertrauen, was mir der Verein entgegengebracht hat, macht mich nach wie vor sehr stolz. Was, glaube ich, die größte Umstellung oder Gewöhnung für mich ist, ich werde innerhalb des Vereins oft als Vorbild angesehen. Autogramme, Selfies oder Kids die sich den gleichen Helm wünschen, wie den, den ich habe. Diese Vorbildfunktion ist sehr neu und an die muss ich mich nach wie vor sehr gewöhnen. Jedoch ist das eine Erfahrung, die ich sehr schätze.

Gibt es Dinge aus dem Schweizer Floorball, die du gerne nach Deutschland übertragen würdest? 

Die Breite der Ligen, ganz klar und damit einhergehend auch die Anzahl an Vereinen. Mit so vielen Leuten eine Leidenschaft zu teilen, ist so toll. Egal wohin man kommt, hier weiß man, was Unihockey ist. Im Sportladen findet man fast überall eine kleine Unihockey Abteilung.

Du bist schon länger in der Schweiz, ist das für dich weiterhin die richtige Umgebung oder zieht es dich irgendwann zurück nach Deutschland? 

Das ist eine schwere Frage, aktuell stehe ich irgendwo zwischen Deutschland und der Schweiz, da ich selbst am Bodensee lebe und quasi zwischen beiden Ländern zu Hause bin. Jedoch denke ich, dass ich erst Mal nicht wieder zurück nach Deutschland möchte und mich es eher noch weiter in die Berge zieht, aber ausschließen möchte ich es jedoch auch nicht.

Gibt es sportliche oder persönliche Ziele, die du in der Schweiz noch erreichen möchtest?

Gerade bin ich sehr glücklich in Frauenfeld und hoffe, dass ich nächste Saison noch mit dem Löwen in der Brust auflaufen darf. Jedoch würde ich es auch nicht ausschließen noch ein Mal NLA oder L-Upl (wie die Liga jetzt heißt) zu spielen.

Ich möchte auch, nach dem Studium, arbeitstechnisch Fuß fassen. Das wären erstmal die Ziele.

Ich hoffe auch, dass ich weiterhin glücklich und gesund bleibe.

Falls du irgendwann zurück nach Deutschland gehen würdest, was würdest du aus deiner Zeit in der Schweiz mitnehmen? 

Ich glaube ich würde ganz viele Erfahrungen und Erinnerungen mitnehmen. Ich hoffe auch, dass ich Freundschaften mitnehmen kann und diese wären über die ganze Welt verteilt.

Gibt es eine lustige oder außergewöhnliche Erfahrung, die du mit uns teilen möchtest?

Ich finde es super lustig, dass ich in Deutschland niemanden kennenlernen durfte mit meinem Nachnamen. In der Schweiz habe ich jetzt fünf Personen mit dem Nachnamen „Leu“ kennenlernen dürfen. Ich bin mit niemanden verwandt. Drei von den fünf Personen spielen tatsächlich auch Unihockey.

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